Union der Basiszüchter e.V.
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Basiszucht

Grundlagen der Basiszucht

Basiszucht ist die Selektion der Honigbiene auf breiter genetischer Basis.

Der Basiszüchter selektiert seine Bienenvölker unter fortgesetzter Standbegattung der Königinnen.

Er benutzt keine Belegstelle und nicht die künstliche Besamung. Dadurch wird die regionale Anpassung der davon beeinflussten Bienenvölker erreicht.

Die Selektion beinhaltet die Vermehrung guter Völker und Ausscheidung der untauglichen und weniger geeigneten. Auslese und Vermehrung bilden durch den Gebrauch einfacher Zuchtpraktiken stets eine Einheit

Basiszucht geschieht ohne Berücksichtigung der Außenmerkmale.

Die Union der Basiszüchter bemüht sich um die Lehre und Verbreitung einfacher Zuchtpraktiken, die jeder Imker nachvollziehen kann.

Basiszucht ist die Züchtung der Honigbiene nach ökologischen Gesichtspunkten.

Züchtungspraktik des Basiszüchters


Der Wert der Selektion des Basiszüchters liegt in der ökologischen Nutzbarmachung des Genreichtums und der regionalen Anpassung seiner Bienen, die sich durch die natürliche, freizügige Paarung der Königinnen ergibt.

Die Beibehaltung einer für gut befundenen Mutterlinie fördert den Fortschritt der Selektion.

Der Basiszüchter nutzt gleichwertig Nachschaffungszellen, Schwarmzellen und Weiselzellen aus stiller Umweiselung.

Grundsätzlich geschieht die Aufzucht der Königinnen in ausreichend großen Volkseinheiten, in denen sie auch nach dem Schlupf verbleiben. Ein Zusetzen von Königinnen entfällt damit weitgehend.

Die Vermehrung geschieht auf breiter Basis, indem alle durchschnittlichen und überdurchschnittlichen Völker als vermehrungswürdig anzusehen sind.

Die Auslese ist in drei Sektionen unterteil: Unter Durchschnitt = 1
Durchschnitt = 2
über Durchschnitt = 3

Selektiert werden folgende Eigenschaften : Gesundheit, Auswinterung + Durchlenzung, Umgänglichkeit, Honigleistung, Putztrieb, Schwarmträgheit, betriebliches Verhalten und Varroatoleranz, deren Ermittlung jeweils nach den Sektionen 1 - 3 beziffert werden, deren Summe dann wieder den Sektionswert der Zuchttauglichkeit ergibt.

Die Vermehrung der Zuchtmütter geschieht über Brutableger mit Schwarmzelle, Eistreifen oder

 

Zuchtwabe, Fegling mit Zuchtwabe oder Umweiselung von Völkern mit Eistreifen, Weiselzelle oder Zuchtwabe.

Eine große Anzahl von Weiselzellen ist bei diesen Aufzuchtverfahren nicht zu erwarten noch erwünscht, doch erlauben einzelne Praktiken zusätzlich die Selektion der geschlüpften Königinnen durch die Bienen oder untereinander.

 

Die Vermehrungspraktik

Der Basiszüchter sieht die Vermehrung stets im Zusammenhang mit der Auslese, beides bildet einen gemeinsamen Vorgang. Deshalb geht die Wahl des Zuchtstoffes einer Vermehrung voran.

Vermehrungseinheiten versetze man auf einen entfernten Standort ( 3 km), um die Flugbienen in ihnen zu belassen, die sonst alle zum Muttervolk zurückkehren würden. Ableger vor Ort gedeihen nur mit einer legenden Königin oder schlupfreifen Weiselzellen.

Der Brutableger

a) Je 2 Brutwaben des aufzuteilenden Zuchtvolkes werden mit Weiselzelle(n) des Zuchtvolkes zur Ablegerbildung genommen Weiselzellen im Randbereich belasse man dort nicht, sondern klemme sie oben zwischen zwei Rähmchenoberträger, damit sie nicht verkühlen.

b) 3 gut besetzte Brutwaben (ohne Königin) werden zur Bildung eines Ablegers entnommen. Nach 9 Tagen werden die vom Ableger angesetzten Nachschaffungszellen ausgebrochen und ein Eistreifen eines Zuchtvolkes (fingerlang x fingerbreit) dem Ableger zwischen zwei Rähmchenoberträger geklemmt oder eine Zuchtwabe gegeben. Alle daraus entstehenden, gut ausgeprägten Weiselzellen lässt man schlüpfen.

c) Sanftes Schröpfen durch Entnahme von 1 höchstens 2 besetzten Brutwaben pro Volk zu Sammelbrutablegern und zur Schwarmvorbeuge. Weiterer Vorgang wie unter b) geschildert.

Der Fegling

In einen Dreiwaben-Ablegerkasten (oder entsprechend eingeengten), werden die Bienen von ca. 6 gut besetzten Brutwaben (ohne Königin) gefegt. In den Ablegerkasten kommen 1 ausgebaute Wabe, 1 Mittelwand und die Zuchtwabe mit jüngster Brut. 2 X wöchentlich mit ½ Liter flüssig füttern.

Die Umweiselung

eines Volkes, ( an seinem Standort) entsprechend dem Brutableger b) Auch wenn mehrere Weiselzellen schlüpfen, das Volk schwärmt nicht. Die 2 x 9 Methode, die gleichzeitig varroareduzierend wirkt. Eine günstige Zeit für die Jungvolkbildung ist die zweite Hälfte der Frühtracht.

 
Wolfgang Golz, Gründer der Union der Basiszüchter
 
Erstellung von Eistreifen bei Wolfgang
Golz